2016|11|17

Grün ist Gold wert

Abb.: GREENPASS® | Gold für das gemeinsame Projekt von GREEN4CITIES und der FLAIR Bauträger GmbH. Es freuen sich (v.l.n.r.): Romana Graf und DIin Doris Schnepf (beide GREEN4CITIES), Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter (MA22), Otto Kauf (Flair) und DI Bernhard Scharf (GREEN4CITIES).
Foto: GREEN4CITIES


 

Projekt Inhalt:

 

Erstes GREENPASS® GOLD Zertifikat geht an Wiener Wohnbauprojekt FLAIR

Premiere bei den 6. Wiener StadtGRÜNgesprächen: Im Zuge der, von der MA 22 – Umweltschutzabteilung durchgeführten, Fachkonferenz wurde erstmals die GREENPASS® GOLD Zertifizierung verliehen. Preisträger ist ein gemeinsames Wohnprojekt von GREEN4CITIES mit der FLAIR Bauträger GmbH in Wien Atzgersdorf.

Diese internationale Auszeichnung ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich mit der richtigen Bauwerksbegrünung und gezielter Grünraumgestaltung nicht nur Kosten sparen lassen, sondern auch höchster thermischer Wohnkomfort für alle BewohnerInnen geschaffen wird.

 

Innovative Klima-Simulation eliminiert Hot Spots

Auf Initiative der MA22 integrierte der Bauträger die ExpertInnen von GREEN4CITIES in das Projekt. Anhand eines 3D-Modells untersuchte man das Immobilienprojekt auf sog. Hot Spots. Der konventionelle Planungsprozess wurde dabei um zwei Simulationsschritte ergänzt. Im ersten Schritt ermittelte das Team die kosteneffizienteste und Ressourcen schonendste Lösung für den Einsatz grüner und blauer Infrastruktur auf dem rund 6.000 Quadratmeter großen Areal.

Aus den Plänen der U.M.A. Architektur- und Ziviltechniker GmbH erstellte die Projetleitung ein digitales Simulationsmodell für die Begrünung, das anschließend mittels ENVI-met Klima-Software in drei standardisierten Referenzvarianten getestet wurde. Die Testvarianten unterschieden sich nur in ihrem Anteil an grüner Infrastruktur – von maximaler Begrünung bis hin zu vollständiger Versiegelung. Das angenommene Außenklima entsprach einem heißen Sommertag.

 

Härtetest hochsommerlicher Sonnentag

Als Messgrößen dienten unter anderem der thermische Komfort an den Außenflächen auf Mikroklima-Ebene, der passive Hochwasserschutz, die Investitionen in grüne Infrastruktur, Wasser, die Bauphysik sowie der Investitionsgrad. Als Ergebnis wurde die mikroklimatische Performance definiert, die Wasserrückhaltung berechnet und eine Kosten/Nutzen-Rechnung aufgestellt. Damit ließen sich die Hot Spots der Planungsvariante und ihr Optimierungspotential unzweifelhaft identifizieren. Die optimierte Variante wurde mit den Inputs der GREENPASS® Technologie nochmals einer Simulation entworfen, die Ergebnisse evaluiert und nach Erfüllung der Kriterien mit dem GREENPASS® GOLD zertifiziert.

Dieses Ergebnis zeigt, dass die Berücksichtigung von Grüner und Blauer Infrastruktur eine klimaresiliente urbane Planung auf einfache und kostengünstige Weise sicherstellt. Der thermische Komfort und die Lebensqualität für BewohnerInnen im urbanen Raum kann damit deutlich erhöht werden. Zusätzlich lassen sich Biodiversität und Habitatbeschaffenheit fördern. Ein wichtiger Beitrag, um in Zeiten des Klimawandels dem Aufheizen in urbanen Hitze-Inseln vorzubeugen.

Geplanter Baubeginn für dieses innovative Projekt ist Frühjahr 2017.

 


 

Autor: Florian Kraus, BSc
GREEN4CITIES