2017|04|18

LIVING GREEN CITY Graz – 3D Grün & 3D Beteiligung – Kooperative Entwicklung eines lebenswerten grünen Stadtteils unter Einbeziehung der Bestandsgebäude und ihrer BewohnerInnen

 

Abb.:    LIVING GREEN CITY Graz – Logo (StadtLabor Graz)
Fotos:  StadtLabor Graz | TU Graz (DI Andreas Goritschnig)


gefördert durch “Klima- und Energiefonds” – Smart Cities Demo – 06. Ausschreibung

 

PROJEKTINHALT:

Graz, wie andere mitteleuropäische Städte erfährt großen Zuzug. Durch die zunehmende Versiegelung von Flächen steigt der Druck auf die übrigen Grün- und Freiflächen und übersteigt häufig deren Nutzungsmöglichkeiten – diese werden zu Konfliktzonen – die Lebensqualität verringert sich. Hinzu kommt die Beckenlage der Stadt Graz, welche sich auf das Stadtklima negativ auswirkt (hohe Schadstoffbelastung, wenig Luftaustausch). Eine hohe Lebensqualität in der Stadt erfordert, dass „das Grüne“ mit seinen vielfältigen Funktionen (Erholungs- und Freiraum, sozialgesellschaftlicher Verhandlungsraum, Luftgüte-und Klimaregulativer Raum,…) dreidimensional mit in die Stadt zieht. Die Einbindung von BewohnerInnen in Planungsprozesse ist dabei für die Qualität und Akzeptanz der Ergebnisse erforderlich, in der Planungspraxis bis dato aber von untergeordneter Bedeutung.

 

Ziele und Innovationsgehalt

Übergeordnetes Ziel der Sondierung war es, die Machbarkeit einer integrierten mehrdimensionalen Entwicklung lebendiger Grüner Infrastruktur im Stadtteil Graz Waagner-Biro zu untersuchen. Die Entwicklung eines lebendigen Grünen Stadtteils als interdisziplinärer Prozess der Koproduktion unter Berücksichtigung (jahres)zeitlicher, räumlicher, technischer, wirtschaftlicher, prozessualer, sozialgesellschaftlicher und philosophischer Gesichtspunkte. Es wurden sowohl Bestandsflächen und – gebäude als auch zukünftig geplante Bauvorhaben/-flächen im Stadtteil untersucht.

3D Green unter 3D Beteiligung: Mensch und Pflanze sollen in ein positives soziales, gestalterisches und technisches Wirkungsgefüge gesetzt werden; ein funktionales System Mensch, Raum, Technik und Pflanze entstehen. 3D Beteiligung – mit 3D Kommunikation: Stadtteilentwicklung als mehrdimensionaler Beteiligungsprozess – was passiert wenn Menschen, Institutionen und Biosysteme die Stadt wirklich koproduzieren? Ein von Beginn an konsequent interdisziplinäres Design eines gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess hin zu einer „Living Green City“ geht weit über bisher übliche Planungspraxis und Beteiligungssettings hinaus.

 

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Ergebnis der Sondierung sind qualifizierte, quantitative und qualitative Analysen, Aussagen und Darstellungen von Ressourcen, Potentialen, Prototypen, Prozessen und möglichen Umsetzungsmaßnahmen (Integrale Entwürfe). Damit konnte die technische, wirtschaftliche und soziale Machbarkeit der Ko-Produktion passgenauer mehrdimensionaler Lösungen sowie der mehrdimensionalen Ausgestaltung eines lebendigen grünen Stadtteils dargestellt werden.

Es bedarf gleichermaßen „ Hardware“  (investive, bauliche, räumliche, technologische Maßnahmen) wie der entsprechenden „ Software“ (Pflege, Prozesse, Kommunikation, Kooperation, Wissen, Lernen, Begleiten, Verankern) –  um Stadt zu einem lebenswerten, beziehungsvollen, inklusiven und resilienten grünen Lebensraum zu transformieren.

Interdisziplinarität ist Teil der Lösung. Interdisziplinäre Zusammenarbeit braucht Zeit; sorgfältige Vorbereitung und Ergebnisoffenheit gleichermaßen; sowie wertschätzende, interessierte und neugierige Grundhaltung aller beteiligten Disziplinen/Sektoren/Stakeholder um zu neuen und besseren – integrierten Lösungen zu gelangen. Damit können langfristig die entscheidenden Rahmenbedingungen und Prioritäten dergestalt adaptiert werden, dass mehrdimensionale Grüne Urbane Infrastruktur nicht mehr nur Wunsch aller Stakeholder, sondern realisierbare und realisierte Wirklichkeit wird.

Ihre volle Kraft in Bezug auf Kommunikation, Inklusion und Gesundheit entfalten Urbane Grüne Räume, wenn die Menschen, welche diese nutzen, beleben und täglich aufs Neue reproduzieren Teil davon sind. Wenn Ihre Interessen und Bedürfnisse, Ihr Alltagswissen und Ihr Vermögen mitzuwirken von Beginn an Teil von Ideenfindungs-, Planungs- und Transformationsprozessen sind.

 


 

LGC Graz Konsortium

 

 


 

Autor: LGC – Forschungsteam | Johannes Anschober, BSc

GREEN4CITIES