2017|10|01

GRÜNE.RESILIENTE.STADT: Steuerungs- und Planungsinstrumente für eine klimasensible Stadtentwicklung

Abbildung oben: Illustration Stadt

Abbildungen links: GREENPASS® Logo | GP Klimastadtkarte von Wien auf Basis von urbanen Standardtypologien (UST) (Green4Cities GmbH) | GRC – Toolset (GRC-Projektkonsortium) | ENVI-met Logo (Envi-met) | Cosmo-CLM (Cosmo | A.Will) | MUKLIMO_3 (DWD)


 

Projektinhalt:

Das Ziel ist die Entwicklung eines „Proof of Concept“ eines Regelkreises und Tool-Sets zur Steuerung, Optimierung und Evaluierung einer grünen und klimasensiblen Stadt(teil)planung.

 

Startpunkt und Motivation

Das städtische Wachstum und die zunehmende Verdichtung in städtischen Räumen setzen urbane grüne Infrastruktur unter Druck und führen zu ihrem Verlust. Die Veränderungen des Weltklimas verstärken den sogenannten urbanen Hitzeinseleffekt (UHI) und bewirken zahlreiche negative Folgen für BewohnerInnen, ihre Lebensqualität und Gesundheit etc. Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass urbane grüne (und blaue) Infrastruktur einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion dieser Hitzebelastung leisten kann. 

 

Übergeordnete Zielsetzung des Projektes „Grüne und resiliente Stadt“ ist daher die Reduktion des UHI Effektes in bestehenden und geplanten Stadtquartieren durch eine Optimierung der Ausstattung mit grüner Infrastruktur. 

 

Inhalt und Projektziele

Das Projekt verfolgt vier zentrale Ziele: 

(1) Ein „Proof of Concept“ eines Regelkreises und Tool-Sets zur Steuerung, Optimierung und Evaluierung einer grünen und klimasensib-len Stadt(teil)planung bestehend aus dem Grün- und Freiflächenfaktor (GFF) als städtebauliche Maßzahl und Instrument zur Steuerung und Planung grüner Infrastruktur, dem GREENPASS® als Optimierungsinstrument für die mikroklimatischen Wirkungen grüner Infrastruktur auf Parzellen- und Quartiersebene, dem MUKLIMO_3 Stadtklimamodell als Evaluierungsinstrument für die mesoklimatische Wirkung auf Stadtebene sowie Cosmo-CLM als regionales Klimasimulationsmodell;

(2) Sichtbarmachung, Bewertung und Abstimmung der klimati-schen Wirkungen und soziokulturellen Ökosystemdienstleistungen unterschiedlicher urbaner grüner Infrastruktur im GFF und verschiedenen Klimamodellen und -simulationen;

(3) Entwicklung eines Verfahrens zur Harmonisierung der Instrumente und Modelle so-wie Klärung der Schnittstellen der Klimamodelle und Aufzeigen der Möglichkeiten für die Planung;

(4) Testen und evaluieren des Tool-Sets anhand von zwei Case Studies zur Analyse der unterschiedlichen Einsatzbereiche des Tool-Sets für eine grüne und klimasensible Stadt(teil)planung.

 

Anhand zweier Stadtteile in Wien – Stadterneuerungsgebiet: Innerfavoriten/Kretaviertel im 10. Bezirk; Stadterweiterungsgebiet: aspern Seestadt – wird die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit des Tool-Sets zur Entwicklung grüner Stadtteile geprüft.

 

Erwartete Ergebnisse

Der Transfer ins Verwaltungshandeln wird mit MitarbeiterInnen verschiedener Dienststellen des Magistrats der Stadt Wien im Rahmen eines Advisory Boards (u. a. aus Stadtbaudirektion der Stadt Wien, Wiener Umweltanwaltschaft, MA 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung) geprüft und diskutiert. Zur Prüfung und Gewährleistung der Übertragbarkeit auf andere Städte wird darüber hinaus eine Austauschplattform eingerichtet (u. a. mit Graz, Salzburg). 

Mit Hilfe dieses Projekts soll der „Proof of Concept“ einer Methode und eines Tool-Sets erprobt werden, das wissenschaftliche Begründungen für stadtplanerische Entscheidungen erlaubt, diese durch die Verbindung des Grün- und Freiflächenfaktors mit den Klimamodellen überprüfbar und schließlich die Zielerfüllung messbar macht. Mit dem Projekt „Grüne und resiliente Stadt“ wird das erste mehrskalige Stadtplanungs-Tool-Set für eine grüne und klimasensible Stadt(teil)planung entstehen. 


 

Projektpartner

Förderprogramm: Stadt der Zukunft – Intelligente Energielösungen für Gebäude und Städte (4. Ausschreibung) | FFG

Projektlaufzeit: September 2017 bis August 2020

 


 

Links

GREENPASS® – enabling livable cities

 


 

Autor: Gerd-Hubertus WEIDENBRÜCHER und Florian KRAUS | Projektkonsortium

GREEN4CITIES