2014|04|17

PROGREENCity

Projekt fertig gestellt:

05/2011 – 04/2014

 

Projekt Inhalt:

Konzept In Europa leben mehr als drei Viertel der Menschen in Städten. Dicht bebaute Stadtkerne und Wohngebiete sollen auch in Zukunft lebenswert bleiben. Voraussetzungen dafür sind beispielsweise die Verbesserung des Mikroklimas, Verminderung des „Wärmeinseleffektes“ urbaner Lebensräume, Bindung von Feinstaub oder der sorgsame Umgang mit dem natürlichen Rohstoff Niederschlagswasser und auch mit Trinkwasser. Die Begrünung der Städte kann dazu in bedeutendem Umfang beitragen. Bislang waren verschiedene bereits erprobte Dach- sowie Fassadenbegrünungssysteme verfügbar, die separat auf bzw. an Gebäuden geplant und eingebaut wurden . Bekannte Synergieeffekte dieser Begrünungsarten wurden dabei jedoch bisher kaum genutzt. Zwei Systemhersteller von Bauwerksbegrünungen, ein Bewässerungsunternehmen und drei universitäre Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Österreich entwickelten im Rahmen der Ausschreibung EraSME für europäische FuE-Projekte ein integriertes Gebäudebegrünungssystem zur Verbesserung der Luftqualität und des Mikroklimas in Städten und in Wohngebäuden.
Das Produkt und seine Innovation Im Laufe des Projekts wurde der Einfluss von Gebäudebegrünungen auf das städtische Mikroklima, den Wasserhaushalt und die Wohnraumqualität umfassend untersucht. In den drei europäischen Städten Madrid, Wien und Bottrop, die in unterschiedlichen Klimazonen liegen, wurde der Einfluss einer Fassadenbegrünung in Verbindung mit einer Dachbegrünung an gleichartigen begrünten und unbegrünten Prototypen von Gebäuden untersucht. Erfasst wurden die klimatischen Parameter außerhalb sowie die Verhältnisse im Inneren der Gebäude. Ergänzend wurden die Feinstaubkonzentration im Außenbereich, die Überschusswassermenge aus Niederschlägen sowie die Temperaturverhältnisse auf und unter den Oberflächen erfasst. Zusammen mit begleitenden Laborversuchen wurde ein computergestütztes System zur Berechnung und Modellierung des Einflusses von Gebäudebegrünungen auf das städtische Mikroklima entwickelt.
Der Markt und die Kunden Die Projektpartner sehen im gesamten EU-Gebiet vor allem in Ballungsräumen einen sehr großen Zukunftsmarkt. Auf der Grundlage der aus den FuE-Ergebnissen des Projekts erzielten zuverlässigen Angaben über Funktionsfähigkeit und Nutzen von Dach- und Fassadenbegrünungen wurde die Basis für eine erheblich verbesserte Akzeptanz und Nachfrage von Anwendern und Entscheidungsträgern erarbeitet.  So wurde etwa eine Verringerung der Innenrautemperatur um bis zu 5 Grad Celsius  und im Außenraum von bis zu 1 Grad Celsius oder eine Feinstaubreduktionspotential von über 20% nachgewiesen. Durch die Integration aller Forschungserkenntnisse in ein Simulationstool wurde es erstmals möglich die Wirkungen von Gebäudebegrünungen auf das Mikroklima und den Feinstaub zu modellieren (siehe Beispiel Wien, Mariahilferstraße).
Das Projekt wurde als Erfolgsbeispiel von ZIM ausgezeichnet:
http://www.progreencity.com/pdf/zim-koop-071.pdf

 

Zukunft des Projekts mit Green4Cities:

Green4Cities bindet die Ergebnisse des Projekts in seine Beratungsdienstleistungen ein.

 

Link:
www.progreencity.com

 

Partner:

Hydrip GmbH, Österreich, www.hydrip.at
Optigrün international AG, Deutschland, www.optigruen.de
Techmetall Erzeugungs- Handel- u. Montage Ges.mbH, Österreich, www.gruenwand.at,
Bergische Universität Wuppertal, Deutschland, Department für Sicherheitstechnik / Umweltschutz,www.uws.uni-wuppertal.de,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Environmental Monitoring Group (EMG), Deutschland,www.emg.uni-mainz.de,
Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB), Österreich,www.baunat.boku/iblb.html

 

Bilder bzw. Ergebnisse:

Modellierung der Effekte von Fassadenbegrünung auf den Außenraum  – Vergleich mit einem extremen Szenario:
Zur Extremdarstellung der Vegetationseffekte wurde der östliche Teil der Mariahilferstraße in Wien digitalisiert. Das erste Szenario stellt das Modellgebiet im aktuellen Zustand dar. Das zweite Szenario stellt den begrünten Fall, mit Fassadenbegrünung an allen Fassadenoberflächen exklusiv der Innenhöfe, dar. Abb 1 zeigt beide Szenarien des Modellgebiets.
www.baunat.boku/iblb.html

1.2.2

Abb 1:
Modellgebiet Mariahilferstraße Wien, links das unbegrünte, rechts das begrünte Szenario
Der Vergleich der beiden Szenarien zur gleichen Uhrzeit und in der gleichen Höhe bzgl. der PET (gefühlte Temperatur) ist in Abb 2 zu sehen. Die kühlenden Effekte der Vegetation auf die gefühlte Temperatur sind im gesamten Gebiet zu erkennen. Sie liegen mit 6-7K auf einem relativ hohen Niveau. Besonders die engen, Ost-West orientierten Straßenzüge zeigen eine deutliche Verringerung der gefühlten Temperatur von über 10K.

1.2.3

Abb 2:
Absolute Unterschiede der gefühlten Temperatur des begrünten und unbegrünten Szenarios im Modellgebiet Wien